CDU Neckarsulm stimmt mehrheitlich gegen Markterkundungsverfahren

Rede unseres Fraktionsvorsitzenden Eberhard Jochim zur Aquatoll-Entscheidung im Neckarsulmer Gemeinderat

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, sehr geehrter Herr Nielsen, werte Kolleginnen und Kollegen,
liebe Bürgerinnen und Bürger,

wir alle hängen am Aquatoll und haben schöne Erinnerungen daran. 2018 wurde von vielen die Entscheidung mit dem Herzen getroffen. Schon damals war ich gegen den Weiterbetrieb, da er aus meiner Sicht wirtschaftlich und energetisch nicht vertretbar war. Meine damalige Kostenschätzung von 40 Mio. EUR wird nun weit übertroffen. Leider war das Schließen des Aquatolls damals nicht mehrheitsfähig. Der Weiterbetrieb und die Planungen haben über 10 Mio. EUR gekostet. Zwischenzeitlich wurde viel gemacht: Untersuchungen, Planungen, Kostenberechnungen bis hin zum Markterkundungsverfahren. Diese Ergebnisse wurden heute vorgestellt.
Bei allen vorgestellten Varianten sind entweder ein hoher Erstinvest oder hohe jährliche Zuschüsse durch die Stadt notwendig. Trotz der Sanierung würde sich der jährlich notwendige Zuschuss kaum reduzieren. Wir sprechen hier von mindestens 2,5 Mio. EUR pro Jahr. Zur Zeit belaufen sich die Angaben lediglich auf Kostenschätzungen und werden sicher teurer.

Sicher hat sich jetzt noch ein 5. Bewerber gemeldet. Trotz Fristverlängerung durch die Stadt hat er nicht am Markterkundungsverfahren teilgenommen und sein Konzept offengelegt. Dann im Nachhinein mit einem günstigen Konzept zu werben halte ich nicht für seriös.
Wenn man die Klimaerwärmung wahrnimmt und Klimaschutz ernst nimmt, kann man Gebäude und Betriebe wie das Aquatoll nicht mehr mit öffentlichen Geldern betreiben. Denn hier wird Energie in großem Maß verschleudert.

Schon vor Corona sind die Besucherzahlen im Spaßbad jährlich zurückgegangen. Diesen Trend kann man ohne teure Attraktivierung nicht umkehren. Eines muss an dieser Stelle auch noch gesagt werden. Nur ein kleiner Teil der Besucher des Spaßbades waren Neckarsulmer Bürgerinnen und Bürger. Doch der jährliche Abmangel muss von allen Neckarsulmern über Steuern und Abgaben finanziert werden. Bei kostendeckenden Eintrittspreisen würden die Besucher nicht mehr kommen.
Aufgrund all dieser Tatsachen, wird sich die CDU-Fraktion mehrheitlich für die Option 2 entscheiden und somit gegen ein VgV-Verfahren stimmen.

Natürlich muss dann im kommenden Jahr die Ideenwerkstatt kommen, in der die Neckarsulmer Möglichkeiten erörtern, was mit dem Gelände geschehen kann.
Ich erinnere an meine Aussage von 2018, in welcher ich schon damals forderte, dass der Außenbereich erhalten bleibt, das bestehende Außenbecken weiter genutzt und um Duschen erweitert wird. Über einen Sommereingang könnten Neckarsulmer für günstige Eintrittspreise eine Art Freibad haben.
Natürlich müssen alle Vorschläge unter den möglichen finanziellen Rahmenbedingungen finanzierbar sein.
Vielen Dank.